Donnerstag, 21. Oktober 2010

Agility-Seminar mit Manuela Klucken (von Imke)

5 Holtriemer Teams..Stephan mit Angel, Ina mit Utz, Elke mit Tequila, Maren mit Maggie und ich mit Bobby..und 7 Gäste-Teams verbrachten ein tolles Seminar-Wochenende mit Ela (Manuela Klucken, Hundeschulde -Teamschule Mensch & Hund - aus Bremen-Brinkum), an dem wir eine ganze Menge gelernt haben...und zwar Mensch und Hund.
Wir bildeten zwei Gruppen mit jeweils sechs Teams und während die eine Gruppe intensiv bis zu zwei Stunden mit Ela arbeitete, hatte die andere Gruppe Pause und konnte sich bei Kaffee und Kuchen oder einem leckeren Mittagessen erholen, seinen Hund lüften oder es wurde einfach über unser aller Lieblingsthema geredet..."unseren Hund".

Hier ein kleiner Einblick in die Sachen, die wir gelernt haben und bei denen sich Arme und Beine manchmal anfangs heillos zu verknoten drohten:

Tunnelführung:

Hürde-Hürde-Tunnel:

Wir haben unsere Hunde in einem gelaufenen Bogen über zwei Hürden in das vorgegebene Tunnelloch geführt. Wenn wir also einen Bogen laufen, hat der Hund die Möglichkeit , das richtige Tunnelloch schon aus der Entfernung auszumachen. Laufen wir dann direkt auf das Tunnelloch zu, beugen uns runter und zeigen nochmal direkt mit der Hand, wo unser Hund reinflitzen soll, kann es keine Missverständnisse geben und unser Hund nimmt das richtige Tunnelloch. Eine gute Hilfe kann auch sein, wenn sich z.B. ein Hund noch nicht so gut schicken lässt, dass wir uns schnell drehen und unseren Hund rückwärtslaufend mit einer einladenen Handbewegung in den Tunnel "reinbitten".

Ketschker:

Der "Ketschker" ist ein Wechsel in Laufrichtung...hinter dem Rücken...auf ganz kleiner Fläche bzw. auf der Stelle. Ausprobiert haben wir ihn bei einem spitzen Slalomeingang oder wenn wir unseren Hund, nachdem er eine Hürde von außen gesprungen hat, über die nächste Hürde von innen führen wollten.

Gegenarm:

Mit dem Gegenarm kann man seinem Hund anzeigen, dass er eine Hürde "kurz" springen soll, wenn z.B. der Parcours gleich nach der Hürde links auf die Wippe weiterführt. Den Gegenarm setzt man so ein, dass der andere Arm (also nicht der Führarm) hinter der Hürde hochgehalten und damit dem Hund signalisiert wird:"Kurz springen, gleich geht es scharf links oder rechts weiter". Danach wird ganz normal weitergeführt und wenn das geklappt hat, ist das Team zeitsparend gelaufen.

Kommando "weg":

Möchte man seinen Hund von sich lösen und über eine Hürde schicken, kann das Kommando "weg" eingesetzt werden. Der Vorteil ist einfach, dass der Hundeführer nicht mitlaufen muss und seinen Hund links oder rechts von der allein gesprungenen Hürde wieder in Empfang nehmen und mit ihm weiterlaufen kann. Um das Kommando "weg" zu üben, ist es hilfreich, anfangs einen Futterbeutel oder ein Spielzeug über die selbständig zu überspringende Hürde zu werfen und zur Unterstützung mit beiden Armen seinen Hund über die Hürde "wegschicken".

Kontaktzonentraining mit einem Flaschendeckel:

Um unserem Hund beizubringen, schön brav die Kontaktzone zu nehmen, hat Ela mit uns Kontaktzonentraining mit einem Flaschendeckel gezeigt: Der Flaschendeckel wird so am Ende des Kontaktzonengerätes auf dem Boden platziert, so dass der Hund beim Abgang bequem mit den Hinterpfoten die Kontaktzone berührt, während die Hundenase den Flaschendeckel erreichen kann bzw. der Hund das Leckerlie aufnehmen kann.

Zuerst wird dem Hund das Leckerlie auf dem Flaschendeckel gezeigt...aber Vorsicht...er darf es natürlich nicht wegnehmen :-). Dann wird der Hund über das Kontaktzonengerät geschickt...die Hinerpfoten bleiben auf der Kontaktzone und der Hund darf sich das Leckerlie von dem Deckel nehmen. Später kann auch mit dem Clicker gearbeitet werden und zwar so, dass dieser eingesetzt wird, kurz bevor der Hund das Leckerlie berührt bzw. frisst. Wiederum nach einer bestimmten Zeit wird kein Leckerlie mehr auf den Deckel gelegt, sondern der Hund geht über das Kontaktzonengerät, bleibt, wie geübt, mit den Hinterpfoten auf der Kontaktzone stehen und sobald die Nase den Deckel berührt, clickern und dann das Leckerlie geben.

Parcoursdurchgang aus der Sicht unseres Hundes:

Ganz einfach gesagt:
Wir haben uns alle mal in die Lage unseres Hunde versetzt, seinen Job übernommen und uns durch einen Parcours führen lassen. Das war eine sehr interessante Erfahrung und wir alle haben ganz schnell gemerkt, wie wichtig es ist...als Hundeführer bzw. Hundeführerin...einen wirklich guten Job zu machen. Denn wurde uns..als "Hund"...nicht früh genug angezeigt, wo es nach einem Hindernis bzw. einem Gerät weitergehen soll, ist man als Hund schnell ratlos und fragt sich:"Was will Frauchen/Herrchen eigentlich jetzt von mir?". Also das Fazit dieses Experiments ist: Wir müssen unserem Hund ganz deutlich zeigen, was wir von ihm wollen...und..was wir als nächstes von ihm wollen...denn unser Teampartner auf vier Pfoten verlässt sich auf uns, dass wir ihm den richtigen Weg präzise zeigen..schließlich macht e r vorher keine Parcoursbegehung.

Körpersprache:

Unser Hund achtet bei der Parcoursführung vor allem auf drei unserer Körperteile: Bauch+Schulter+Füße...diese drei zeigen gemeinsam die Laufrichtung an. Unser Arm ist dabei die Verlängerung der Schulter. Also...immer schön beweglich bleiben, dann klappts auch mit der Koordination unserer drei "Wegweiser".
Und...beim Führen bilden unsere Augen+unsere Hand+die Nasenspitze des Hundes immer eine Linie...damit verlieren wir auch nicht unseren Hund im Parcours..und er nicht uns.

So...das war ein kleiner Überblick über die Inhalte unseres Seminars. Sollte ich etwas falsch erklärt haben, sagt es mir bitte, denn entweder habe ich es selbst nicht richtig verstanden oder habe nicht richtig aufgepasst und mit meinem Agilitynachbarn gequatscht als Ela es erklärt hat...oder ich habe gerade mal wieder Bobby angehimmelt oder...oder...oder.

Zum Schluss gab es noch ein Jumping, bei dem Ela uns Holtriemern einen "Wanderpokal" stiftete...und zwar den "Grauwolf-Pokal"...der zukünftig 1x im Monat bei einem "Open" im Training "erlaufen" werden kann. Am Seminarsonntag machten Stephan und Angel den Anfang und gewannen ihn...knapp vor Ina mit Utz.

Das Seminar endete in einer gemütlichen Abschlussrunde, bei der Ela jedem Team noch ein Feedback gab. Das Seminar mit Ela hat einfach Spaß gemacht: Mit ihrer Fröhlichkeit bei der Sache, ihrer Geduld mit uns, ihrer Fähigkeit, sich auf jedes "Mensch-und-Hund-Team" individuell einzustellen, uns zu motivieren, uns Menschen am Ende des Tages mit einem tollen Selbstbewusstsein und unsere Hunde...müde und zufrieden...nach Hause zu verabschieden, kann ich nur sagen:"Ela...vielen Dank....und wir werden uns bei einem Seminar von Dir bestimmt nochmal wiedersehen".

Dankeschön auch an Tomi für die leckere Käsesuppe und an alle Kuchen- und Salatzauberer...an Marianne und Arno, die uns bei der Bewirtung usw. unterstützt haben...an Stephan für das Organisieren des Seminars...und an Ina, Lena und Stephan für das Parcoursaufbauen im strömenden Regen am Freitag.

Hier sind ein paar Bilder vom ersten Tag:

Und hier ein paar mehr vom zweiten Tag:


Weiterhin danken wir allen Beteiligten für ihre Spenden, Arbeiten, Frohsinn und Gute Laune.

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