Mittwoch, 18. März 2009

Agility-Turniere für Anfänger Part II

Letztes Mal schrieb ich darüber, wie ihr für das erste Turnier meldet. Dieses Mal gibt's nun ein paar Informationen, wie es nun weitergeht!

1. Vor dem Turnier:

Lies die Einladung / Ausschreibung bzw. die Meldebestätigung noch einmal ganz genau. Sie enthält wichtige Informationen für dich, wie es nun weitergeht einschließlich evtl. Informationen über:

  • Wann musst du da sein, wann hat die Meldestelle geöffnet. WICHTIG: Wenn du das erste Mal auf einem offiziellen Turnier startest: Muss dein Hund evtl. noch eingemessen werden? Frag bei der Meldestelle, wann und wo das passiert und ob du dafür ausgerufen wirst. Es ist besser, etwas früher da zu sein als zu spät zu kommen.
  • Anfahrtshinweise, Übernachtungsmöglichkeiten mit Hund, Campingplätze. Wenn du planst, dort zu übernachten um am Turniertag ausgeruht zu sein, kümmere dich unbedingt vorher um eine Reservierung.
  • Ab wann ist Parcoursbegehung und wann der erste Start. In welcher Reihenfolge starten die einzelnen Klassen. Bedenke aber, das evtl. Zeitangaben nur Schätzungen sind. Du kannst nicht auf Einhaltung dieser Ablaufpläne bestehen.

2. Beladen des Autos - Notwendige Dinge:

  • Allgemein: Essen / Trinken / Snacks für dich und Futter / Wasser / Leckerlies / Kotbeutel für deinen Hund. Auch wenn dir dein Hund aus der Hand frisst, zumindest für das Wasser brauchst du einen Napf. Bei engen Platzverhältnissen empfehle ich einen Faltnapf, gefüllt sind die stabil genug. Bei vielen Turnieren findest du zwar Händler, die auch Hundefutter verkaufen, aber verlass dich nicht darauf (außerdem ist es nicht der richtige Zeitpunkt etwas Neues auszuprobieren). Du brauchst auch eine Hundebox (außer, du hast eine feste Einrichtung zum Hundetransport im Auto) und etwas, worauf der Hund zur Beruhigung und zur Beschäftigung rumkauen kann (z.B. gefüllter Kong). Ein Falt- oder Campingstuhl für dich und ein Erste-Hilfe-Set (Verbandskasten) sind sehr sinnvoll. Etwas Geld für Snacks, Getränke, Einkaufen (Händler) und Notfälle. Es kann sinnvoll sein, einem Mitfahrer den Ersatzschlüssel zu geben. Wenn du hast, vergiß weder die Meldebestätigung noch den Impfpass noch die Papiere und das Leistungsbuch. Als letztes noch die Anfahrtsbeschreibung.  
  • Wenn deine Hündin läufig ist, nimm eine Startdecke mit. Diese legst du später ohne Aufforderung am Start dorthin, wo du deine Hündin vor der Starthürde absetzt.
  • Heißes Wetter: Wenn du nicht mit einem klimatisierten Wohnmobil oder adäquaten Wohnwagen anreist, überlege dir wie du dich - und noch wichtiger - deinen Hund kühlen kannst. Es gibt spezielle Kühlmatten für Hunde, alternativ eine Spray-Flasche mit Wasser, extra Wasser für den Hund, was Isotonisches für dich, Sonnencreme und eine Sonnenblende fürs Auto. Prima für dich ist auch ein Sonnenschirm, leichtes Zelt oder ein Pavillon zum Schattenspenden, mit dem du dich neben dem Parcours niederlässt. Auch hier gilt: der frühe Vogel fängt den Wurm bzw. bekommt noch einen guten Platz für sein Zelt / Pavillon. Auch ein Sonnensegel oder helles Bettlaken mit Klammern zum festmachen als Schattenspender können sinnvoll sein. Eine Kühlbox mit Kühlakkus kann sich als Segen erweisen, wenn man die Flaschen aus dem Froster einpackt. Packt dann aber das Wasser für den Hund rechtzeitig aus, damit es nicht zu kalt ist.
  • Kaltes Wetter: Eine Extra Lage Kleidung, warme Schuhe, Decken, Handschuhe, Mütze / Hut. Wenn dein Hund kein dichtes Fell mit Unterwolle hat, überlege, ob du ihm einen Hundemantel anziehst. Außerdem eine wärmende Decke für seine Box.
  • Regenwetter: Ein Regenanzug mit wasserdichter Jacke und Hose (Atmungsaktive Fabrikate wie Goretex sind hier am besten), extra Schuhe und Socken (damit du später trockene Füsse hast) und Handtücher. Stelle sicher, das die Schuhe, mit denen du laufen willst, genug Gripp haben. Nasses Gras und Matsch sind rutschig. Einige Leute bevorzugen Fußballschuhe, ich mag sie persönlich nicht, sie sind mir zu fest und zu wenig dämpfend. Außerdem besteht eine echte Verletzungsgefahr für den Hund, wenn du ihn damit trittst. Profilierte Trekkingschuhe sind meine Wahl.

3. Du bist angekommen, auf die Plätze....

  • Melde dich und deinen Hund an, frage wegen des Einmessens  und erkläre, daß dein Hund läufig ist und du eine Startdecke dabei hast. Evtl. läßt man dich nun am Ende des jeweiligen Laufes starten. (Also ein paar Starter später). Sorge dafür, das sich dein Hund löst (Kotbeutel) und gehe selbst beizeiten zur Toilette, nicht, wenn alle müssen.
  • Suche einen schönen Platz und mach es dir bequem. Baue dein Zelt / Pavillon / Sonnenschirm auf und hole die Teile, die du über den Tag brauchst, aus dem Auto. ACHTUNG! Wenn dein Hund zum ausdauernden Bellen neigt, halte etwas Abstand vom Ring, speziell vom Start- / Ziel-Bereich (in der Nähe des Richtertisches). Wenn dein Hund territorial ist, vermeide einen Platz, wo ständig andere Leute mit ihren Hunden vorbeilaufen. Versuche, an der dem Richtertisch gegenüberliegende Seite einen Platz zu bekommen. Für die Hunde der anderen Teilnehmer kann es traumatisierend sein, an wilden, bellenden Hunden (auch wenn sie angebunden / in der Box eingesperrt sind) vorbei zu müssen.
  • Versuche, rauszukriegen, wann du ungefähr startest.
  • Wenn du nicht läufst und nicht Parcourhelfer bist (Du hast doch angeboten, zu helfen, oder?), lass deinen Hund in seiner Box entspannen, setz' dich auf deinen Stuhl mit Blickrichtung Parcours und schaue zu. Du kannst eine Menge durch's zusehen lernen.

4. Fertig.....

  • Während die Leute vom Veranstalter den neuen Parcours aufbauen, ist die Zeit ideal, deinen Hund gassi zu führen. (Geh' aber nicht zu weit weg)
  • Gehe zum Briefing (wenn es erfolgt) und zur Parcoursbegehung. Wenn etwas wirklich unklar sein sollte, ist jetzt deine Zeit, den Veranstalter bzw. den Richter zu fragen.
  • Wärme deinen Hund auf, wärme dich selbst auf, auch mental. Spiele mit deinem Hund, belohne ihn mit Futter und / oder Spielzeug. Bedenke aber, es ist unfair, während andere laufen, laut und wild in Sicht- bzw. Hörweite zu spielen. Nimm also Rücksicht. Gehe in Gedanken den Parcours durch und nimm weder Spielzeug noch Futter mit in den Parcours.
  • Halte dich mit deinem Hund Startbereit in der Nähe des Starts auf, wenn nur noch einige Teams vor dir dran sind. Achte darauf, das dein Hund alle anderen Hunde in Ruhe lässt, oder besser, halte dich bei einem Hund, der Probleme mit anderen Hunden hat, etwas im Abseits. Achte aber darauf, wann du dran bist. Evtl. hilft es auch, deinen Hund mit Spielzeug abzulenken (Ball mit Schnur, Zerrspiel)
  • In Kurzform: Seid, wo ihr zu sein habt, wenn ihr da zu sein habt und achtet auf die anderen Teams.

5. Los......

  • Wenn du dran bist und das Zeichen vom Parcourshelfer bekommst, geh zum Start.
  • Außer, der Richter hat was anderes gesagt, solltest ihr nun fertig zum Lauf sein. (Kein großes hantieren mehr  beim Absetzen des Hundes, kein Strangulieren beim Entfernen des Halsbandes und der Leine).
  • Wenn der Richter den Start frei gibt, ist es an dir, deinem Hund das Go zu geben und den Parcours hoffentlich fehlerfrei und schnell abzulaufen. Bei einer Verweigerung wiederholst du das Gerät, bei einem Parcoursfehler geht's so weiter. Auch bei einem Dis läufst du den Parcours zu Ende.

6. Im Ziel.....

  • Leine deinen Hund an, BEVOR ihr den Parcours verlasst. (Viele haben einen fehlerfreien Lauf mit einem Dis beendet, weil der Hund ohne Leine den Parcours verlassen hat.)
  • Bring deinen Hund wieder unter Kontrolle und verlasse zügig den Parcours durch den Ausgang.
  • Erst jetzt darfst du deinen Hund mit Leckerlies und / oder Spielzeug belohnen.
  • Sorge dafür, das sich dein Hund entspannen kann (auslaufen, ruhig spielen), bevor du ihn zurück in die Box bringst. Biete ihm auch etwas zu trinken an.

7. Wie warst du?

  • Wenn alles gut gelaufen ist, Gratulation -- gut gemacht!  Die Ergebnisse und Pokale gibt es je nach Veranstalter in einiger Zeit, zum einen ausgehängt, zum anderen überreicht bei einer Siegerehrung.
  • Irgendwie ist das anders gelaufen als geplant?  Reg' dich nicht auf und, vor allem: Lass niemals deinen Hund merken, dass du enttäuscht / verzweifelt / sauer bist. Er wird denken, ER wäre schuld, weiss aber nicht (mehr) warum und hat Stress. Und warum das ganze? Es gibt immer ein nächstes Turnier. Mach dir eine Notiz über das Problem bzw. deinen Fehler, damit du etwas hast, was du im Training speziell üben kannst.

Am Ende des Tages: räum auf (auch den Müll), pack zusammen, fahr nach hause und freue dich mit deinem unglaublichen und einzigartigen Hund über einen tollen Tag.


1 Kommentare:

  1. Tour de Agility...könnte man sagen. Prima! Das "Rundumsorglos-Paket", wenn es um die organisatorischen Sachen geht! Klasse! Sowas hab ich in der Form auch noch nicht gesehen.

    Was auch noch wichtig wäre, ist das "Wie komme ich zu den Veranstaltungsorten?"- Fast jeder hat heutzutage einen motorisierten fahrbaren Untersatz, also eingeladen, reingesetzt und losgefahren. Angekommen...ja und wo stelle ich mich hin? Wenig Platz hier am Vereinsgelände!- Muss ich halt im Modder ganz am Rand kampieren...dumm gelaufen. Tja, so kann`s gehen! Nicht alle Veantaltungsorte haben einen ausreichend grossen Parkplatz, oder Parkmöglichkeiten. Daher: nach Möglichkeit vorher nach Fahrgemeinschaften Ausschau halten! Meisst sind es doch mehr Agility-Sportler, die zu ein und demselben Turnier fahren. Bei Small-Hunden zB. ist doch in den meissten Autos immernoch genug Platz und für die Leute wird die Fahrt auch nicht so langweilig.
    Vielleicht ist ja ein interessierter Agility-Neuling im Verein, der sich mal ein Turnier ansehen möchte?- Zu schüchtern? Fragen und mitnehmen! Das ist sicher eine gute Sache. Dann weiss Die oder Der gleich mal "wie der Hase läuft".

    In diesem Sinne
    D.Dirk

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